Unsere kleine gruppeDie Rheinbahn streikte und so haben sich Friedel Liesenkloß und Peter Langbehn bereit erklärt, uns  mit dem PKW nach Schloss Benrath zu fahren. Eine kleine Gruppe hatte die Möglichkeit, in einer privaten Führung das Schloss mit seinen versteckten Räumen zu besichtigen.

 

So haben wir Interessantes von der Lebensweise der Adligen gehört. Schnell waren zwei informative Stunden um.

Das Barock-Schloss aus  dem 18. Jahrhundert hat damals 700.000 Taler (umgerechnet heute 24 Mio. Euro) gekostet. Der französische Architekt Nicolas de Pigage schuf von 1755 bis 1773 eines der schönsten Gartenschlösser des 18. Jahrhunderts.

Er hat es im Auftrag vom Kurfürsten Carl Theodor als Sommerresidenz für seine Gemahlin Elisabeth Auguste gebaut. Doch wurde es vom Kurfürsten – bis auf die Einweihung - nie bewohnt. Lediglich hochrangige Gäste haben dort übernachtet.

 

Hier einige Aufnahmen des Schlosses

Foto: Von Elkawe - Eigenes Werk; Gemeinfrei; https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7734782Fotoi: Von dito - Elkawe; Gemeinfrei; https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8154878

 

Das Hauptschloss mit seinen fünf Etagen vermittelt mit seinen Möbeln, fränkischem Porzellan, Gemälden, Stuckabschlüssen und Parkettböden mit wunderschönen Intarsienarbeiten einen Eindruck vom höfischen Leben. So haben wir erfahren, dass die Farbe Rot für den Mann steht und die Farbe Blau für die Frau. Altrosa war die Lieblingsfarbe des Kurfürsten und so sind fast alle Räume auch in der Farbe Rosa gehalten.

Innenansichten des Schlosses


Foto:Kabaeh49 in der Wikipedia auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33085632

Aus dem damaligen Leben der Aristokratie haben wir erfahren, dass höchstens dreimal im Jahr gebadet wurde, man puderte sich und für jeden Tag stand ein anderer Parfümduft parat. Gebadet (und nicht nur gebadet) haben viele Leute in einem Badewasser, so dass Krankheiten entstanden sind. Man glaubte jedoch, dass die Krankheiten vom Wasser kämen, und darum wurde nur selten gebadet.

Blut getränkte Holzeier mit kleinen Löchern trugt man in den Perücken oder unter dem Korsett, um Flöhe einzufangen. Die Damen wurden mit einem Korsett geschnürt, denn die ideale Taillengröße umfasste 48 Zentimeter, was Rippenverformungen zur Folge hatte.

Die Schlafnischen waren klein, die Betten kurz, denn geschlafen wurde damals fast sitzend. Man glaubte daran, dass der Tod kommt, wenn man flach in den Betten liegt. Die versteckten Räume zeigten uns, wie das Personal durch schmale, enge Treppen laufen musste, um zu den Bewohnern zu  gelangen, sie zu bedienen, anziehen, Nachttopf bringen und leeren war eine Ehre. Die Aristokraten selbst waren vor 250 Jahren alleine nicht lebensfähig und auf ihre Bediensteten angewiesen.

Eine sehr eindrucksvolle Führung, die uns das pompöse Leben im Lust- und Jagdschloss mit seiner harmonisch angelegten Parkanlage näher brachte. Bis 1911 bewohnten Mitglieder der preußischen Königs- und späteren Kaiserfamilie das Schloss regelmäßig.

Heute gilt das denkmalgeschützte Areal von Schloss, Jagdpark und Weihern als bedeutendes architektonisches Gesamtkunstwerk von Düsseldorf. Bevor wir die Heimreise antraten, stärkten wir uns noch im gemütlichen Schlosscafé und ließen unsere Eindrücke Revue passieren.

Ellen Jasper

   
© Aule Mettmanner