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Am Samstag, 9. Mai 2015 unternahmen wir in Kaiserswerth (=Insel) mit Frau Claudia Kuhs eine Führung durch das kleine Städtchen am Rhein und ließen uns durch die barocke Vergangenheit leiten.
IMG 0313Unser Rundgang begann an der Brücke über den heute trockenen Rheinarm auf die frühere Insel (Werth). Ein alter Gedenkstein am Mauerwerk war zu sehen und zeugt von einer alten Brücke an gleicher Stelle, die beim Bunkerbau (heute Hochhaus mit exklusiven Wohnungen) gefunden wurde.


Zwischen 695 und 700 gründete der Mönch Suitbert ein Benediktinerkloster auf einer dem Rhein vorgelagerten Insel, dem späteren Kaiserswerth, das jedoch 88 Jahre später wieder zerstört wurde.

Dieses Gebiet war dem angelsächsischen Suibertus vom fränkischen Hausmeier (Verwalter des Hauses) Pippin dem Mittleren geschenkt worden. Vorher stand hier ein Königshof, der sich schrittweise zu einer befestigten Burg entwickelte.

 

 

 

Das Museum Kaiserswerth öffnete extra für uns seine Pforten und der Begründer, Herr Wilhelm Mayer, erklärte uns anhand des 6m x 4m großen Keramik-Stadtmodel des Künstlers Hannes Esser (Maler, Bildhauer, Keramiker) Wissenswertes und viel Geschichte. Wir überreichten ihm für seine Arbeit und für seinen Heimatverein eine Spende unsererseits.

Unsere Gästeführerin führte uns durch das barocke Städtchen und machte uns aufmerksam auf das im Jahre 1654 gegründete Kapuzinerkloster, welches im Jahre 1656 durch eine Pulverexplosion erheblich beschädigt wurde. Wir gingen die Stockhausgasse entlang, in der sich im 17./18. Jahrhundert ein Zuchthaus befand. Frau Kuhs zeigte uns das Haus der ersten Apotheke am Ort; mit Chronogramm (1714-1715). Die Häuser mit einer Bauzeit von nur einem Jahr wurden von Kanoniker (ledige Adelige) gebaut. Auf einem anderen Grundstück konnten wir einen alten „weissen Maulbeerbaum" bestaunen, deren Blätter den Seidenraupen schmeckt. Diese Bäume wurden im 7. Jahrhundet aus Asien importiert. Die Seidenweber produzierten in dieser Region ihre Ware.
Aus dem „Kuhtor" wurde damals die Kuhherden auf die Kuhweiden in Richtung Düsseldorf getrieben. An der Häuserecke des Barbarossawall/An St. Swidbert konnten wir die Figur des hl. Swidbert entdecken; genauso wie das alte Spritzenhaus aus dem Jahre 1893.


Viele Ehrenbürger und Künstler lebten in Kaiserswerth. Einer von ihnen war Herbert Eulenberg (geb. 25.01.1876), der nach einem Besuch seiner Mutter in der Diakonie sich in das Haus „Haus der Freiheit" verliebte. Er war gelernter Jurist, aber auch Dichter und Dramaturg. In seinem Haus versammelten sich Künstler aus ganz Deutschland zum Austausch und Feiern – einer von ihnen war der Filmschauspieler Heinz Rühmann. Das Haus ist im Besitz seiner Familie.


Im Büstenpark erzählte uns Frau Kuhs einiges über das Leben und Schaffen von Caspar Ulenberg (1548-1617). Er reformierte die Kirche und sprach für alle das Evangelium in deutscher Sprache. Friedrich Spee (1591-1635), Theodor Fliedner (1800-1864) Gründer der Kaiserswerther Diakonissenanstalt, Florence Nightingale (1820-1910) eine adelige Tochter aus London. Sie war zwei Jahre Schülerin in Kaiserswerth und reformierte die militärische Krankenpflege.


Die sichtbaren Reste der Kaiserpfalz stammen vom Bau des staufischen Kaisers Friedrich I. "Barbarossa" um 1180. Schon im 7. Jahrhundert wurde dieser königliche Hof gebaut. Die blauen Basaltsteine wurden auch beim Bau des Kölner Doms verwendet.

 Emanuel Leutze (Historienmaler) lebte von 1816 – 1868 und wanderte mit seinen Eltern im 19.Jahrhundert nach Amerika aus. Schon als Junge malte er Porträts auf der Straße. Er wurde entdeckt und gefördert. Während seiner Zeit an der Kunstakademie in Düsseldorf kam er immer wieder an den Rhein in Kaiserswerth. Eines seiner berühmtesten Bilder „Washington überquert den Delaware" entstand vor diesem Rheinpanorama. Eine Kopie hängt in den Räumen des amerikanischen Präsidenten Barack Obama.
Nach unserer 2-stündigen Führung konnten wir uns im Café Schuster ausgiebig austauschen und ein wenig stärken.
Ich sage nochmals vielen Dank an alle für die schönen Stunden.


Ihre,
Birgit Stüllenberg

* Historische Informationsquelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserswerth
http://www.kaiserswerth.de/de/rundgang-6.html

   

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