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Fahrt der Bürger- und Heimatvereinigung „Aule Mettmanner“ nach Ratingen

Am Samstag, 13. September 2014 besuchten wir unsere Nachbarstadt Ratingen, um an einer historischen Führung durch die Innenstadt mit Frau Helga Langheinrich teilzunehmen.Treffpunkt und Start war der Kirchvorplatz von St. Peter und Paul.

 

Schon vor dem Jahre 849 wird die Siedlung ,,Hretinga"oder ,,Hratuga"erwähnt. Sie lag in der Nähe zweier großer Fernstraßen: dem ,,Hellweg", als bedeutender West-Ost-Verbindung sowie einer wichtigen Nord-Südverbindung zwischen dem Niederrhein und Köln. Eine Hauptverkehrsader war zudem der nahe Rhein mit dem Hafen Kaiserswerth. Aufgrund dieser günstigen Lage entwickelte sich Ratingen im Laufe der Jahre zu einem Pfarr- und Marktdorf mit regem gewerblichen Leben.

Die Stadterhebungsurkunde der Stadt Ratingen vom 11.12.1276 ist die wertvollste Archivalie des Ratinger Stadtarchivs. Graf Adolf von Berg und seine Gemahlin Elisabeth gewährten den Einwohnern von Ratingen mit dieser Urkunde einige Privilegien (Steuerfreiheiten, Zollfreiheit im bergischen Herrschaftsgebiet).

Im Schutze seiner Mauern und Türme entwickelte sich Ratingen im Mittelalter zu einem blühenden Handwerkerstädtchen. Vor allem Schmiede und Scherenschleifer hatten sich hier niedergelassen und stellten Scheren, Pfeile, Messer, Zirkel, Hämmer, Feuerbüchsen und Schwerter her. Wirtschaftlich wohlhabend konnte sich Ratingen bis zum Ende des 15. Jahrhunderts gegen das nahe Düsseldorf behaupten. 

In einer Seitengasse des Marktplatzes zeigte uns Frau Langheinrich ein Glockenspiel mit verschiedenen Zunftsymbolen. Es erklang genau in dem Moment die Melodie von „Freut Euch des Lebens“, als wir davor standen. Ein schöner Zufall.

Unsere Gästeführerin erzählte uns vor der riesigen Bronzeplastik.Ratinger Schweine Die Sage um den Schweinehüter und der verschollenen bzw. wieder gefundenen Kirchenglocke kurz nach dem 30-jährigen Krieg.

Zum heutigen Ratingen kamen durch die Neugliederung im Jahre 1975 die bis dahin selbständigen Gemeinden Eggerscheidt, Hösel, Homberg, Lintorf und Teile von Schwarzbach hinzu. Mit 89.000 Einwohner zählt Ratingen heute zu den größten Städten im Kreis Mettmann. Ein neuer Stadtteil, Ratingen-West, war bereits von 1966 bis 1969 entstanden. Hier wohnen heute allein über 12.000 Menschen. Im Stadteil Tiefenbroich siedelten sich in den 80er Jahren zahlreiche zukunftsträchtige Gewerbe (Verwaltungen, internationale Firmen usw.) an, die von günstigen Verkehrsanbindungen durch Autobahnen und dem nahen Flughafen profitieren.

Kurz vor Ende der lehrreichen Stadtführung verteilte eine Teilnehmerin „Dumeklemmer“ / Daumenklemmer, die sie noch schnell auf dem Markt eingekauft hatte. Das waren kleine Mettwürstchen. Der Sage nach wollte der Missionar Suitbertus die damals heidnische Stadt Ratingen zum Christentum bekehren. Als er jedoch das Stadttor passieren wollte, schlugen ihm die Ratinger diese vor der Nase zu; dabei wurde der Daumen des Suitbert in der Tür eingeklemmt. Er kehrte unverrichteter Dinge zurück; seine Einwohner sollte er mit einem Fluch belegt haben. Demzufolge in Zukunft alle in Ratingen Geborenen mit einem platten Daumen zur Welt kommen sollten. Seither sollen die Ratinger den Beinamen „Dumeklemmer“ haben.

In Ratingen gibt es noch drei original erhaltene Fachwerkhäuser aus dem 15. Jahrhundert. In einem davon, dem „Altes Steinhaus“ kehrten wir nach unserer Führung ein und genossen in der Sonne unseren Imbiss.

Vielen Dank an alle für die schönen Stunden.

Ihre,

Birgit Stüllenberg

* Historische Informationsquelle:
http://www.stadt-ratingen.de/freizeit_kultur_sport_tourismus/stadtgeschichte/historischer_stadtrundgang/index.php

   

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