Mundart zum Erntedank
Von Ellen Jasper

Aufgrund der Corona-bedingten Situation haben wir unsere „Mundart zum Erntedank“, die eine große traditionelle Bedeutung für uns hat, ins Johanneshaus von Thomas Morus verlegt. Hier konnten in den Räumlichkeiten die vorgegebenen Abstandsreglungen eingehalten werden. Die Tische waren von Barbara Krieschey und Gisela Bendt mit viel Liebe gedeckt und herbstlich geschmückt. Ein kleines Gedicht über die Apfellese von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, dazu passend einen Apfel neben jedem Gedeck, waren eine schöne Überraschung. Die Gäste wurden von Klaus Haxel auf der Orgel begrüßt. Später gab er ein kleines Gedicht über die Orgel zum Besten.


Erntedank 2020 1Erntedank 2020 2

Weil unser Vorstandsmitglied Rudi Meincke aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte, hat sich kurzerhand Rolf Julius vom Bürgerverein Düssel bereit erklärt, einige Dönkes vorzutragen. Er erklärt: „Dat Platt hennech vanem Rudi jeliert. Jo, dat ärm Mensch lit em Krankenhus, ech hop, datte bould jesonk erus kömmt.“ In Mundart wurden nun die Gäste sehr unterhaltsam begrüßt und gleich nach dem Unterschied von Kenger on Blagen befragt? Die Auflösung: Kinder sind die von den Nachbarn, Blagen sind die eigenen Kinder. Wussten Sie den Unterschied?
Weiter ging es mit kleinen Geschichten aus dem Leben unserer Stadt, die auch Ungeübte gut verstanden haben. So hatte Rolf Julius die Lacher auf seiner Seite und wurde mit viel Beifall bedacht. Vorgetragen wurde von ihm auch ein Gedicht, das gut zum Erntedankfest passte:


„Mer haden doch Honger, dat driev et erin, on woren och dankbar, satt de sind!
Wor de Pott ens leer, do hieset op Platt, nü sider tefreden, op is satt.
Vandach, do jövtet so völl te eten, mer kann jo alldat nitmi freten.
Dat schmackt al so jut, do jöckt us de Schnut:
Merk kieken no bowen met Erntedank, bei all dem Freten, lev Jöttchen, houl us schlank.


Der Vorsitzender Friedel Liesenkloß erinnerte die Mitglieder daran, dass in unserer guten Zeit nicht alles selbstverständlich ist. Wer erinnert sich noch an das Dürrejahr 2018 als die Ernte damals vertrocknet ist? Er sprach mahnende Worte, dass wir darauf achten, keine Lebensmittel zu verschwenden und unsere Natur achten. Danach gab es Kaffee und Kuchen. Den Apfelkuchen hatte uns Herr Ayukic vom Stadtwaldhaus gespendet. Hierfür ganz herzlichen Dank. Wegen der Pandemie konnte der gedeckte Tisch leider nicht in gewohnter Weise üppig ausfallen. Trotzdem haben die Besucher das Zusammensein in kleiner, gemütlicher und familiärer Atmosphäre genossen. Sie haben sich gefreut, dass wir das traditionelle Erntedankfest organisieren konnten.
Am Ende ließ es sich Rolf Julius nicht nehmen, noch weitere zwei Gedichte vorzutragen, die allesamt großen Anklang fanden.

 

   
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